Das Ziel war es, ein vollautomatisches System zu entwickeln, und das haben wir erreicht. Umweltfreundlichkeit und Effizienz gehen oft Hand in Hand, auch wenn man sich dessen nicht immer bewusst ist.
Consolis Parma ist Finnlands größter Hersteller von vorgefertigten Betonelementen. Zusammen mit ihren Tochtergesellschaften ist die Firma an 17 verschiedenen Standorten tätig. Zu den Kunden von Parma gehören sowohl Fachleute aus dem Baugewerbe als auch Bauherren von kleinen Häusern und anderen Bauwerken. Das Unternehmen Parma, das über 600 Mitarbeiter beschäftigt, gehört zur Consolis-Gruppe, dem größten europäischen Hersteller von Betonfertigteilen und dem größten Produzenten von Lösungen in diesem Bereich.
Das Ziel von Parma ist es, der gefragteste Partner für umweltfreundliche Konstruktionen aus Beton und Verbundwerkstoffen zu sein. Für ein solch hochgestecktes Ziel braucht man sowohl den Mut, in neue Lösungen zu investieren, als auch das aus Erfahrung gewonnene Wissen, welche Lösungen funktionieren. Außerdem sind die immer strengeren Umweltauflagen ein weiterer Faktor, der sie zu mehr Umweltfreundlichkeit antreibt.
Umweltauflagen und der Wunsch, die Kosteneffizienz zu optimieren, veranlassten Parma, die Möglichkeit der Nutzung von Abwasser in der Produktion zu prüfen. Wenn das im Produktionsprozess anfallende Abwasser wieder in den Prozess zurückgeführt werden könnte, würde dies zum Schutz der Umwelt beitragen und gleichzeitig Geld sparen.
Ursprünglich war das Abwasserrecycling bei Parma nicht automatisiert: Das Abwasser wurde gesammelt und manuell von Tank zu Tank befördert.
„Ganz einfach: Wir wollten das Abwasser so effizient wie möglich nutzen. Wir wollten eine robuste, automatische Lösung entwickeln", erklärt Joel Mattila, Leiter der Automatisierungs- und Wartungsarbeiten bei Parma.
Das Ziel von Parma, eine vollautomatische Abwasseraufbereitung zu erreichen, bedeutete, dass ein völlig neues Aufbereitungssystem entwickelt werden musste. Gleichzeitig musste das neue System mit dem bestehenden Betonproduktionssystem kommunizieren können, das von einem anderen Hersteller gebaut worden war.
Das von Parma für das Werk in Nummela gebaute Abwasserrecycling-System ist brandneu. Die alten Anlagen wurden komplett entfernt - was leicht war, da es vorher praktisch kein Recyclingsystem gab.
„Wir haben neue Schächte gebaut, wir haben Waschsysteme für sie entwickelt und wir haben einen Mechanismus zur Oberflächenmessung entwickelt, der uns die Höhe der Oberfläche der Tanks anzeigt. Wir haben auch eine visuelle Benutzeroberfläche entwickelt, über die wir den Status des Systems leicht einsehen und Informationen über auftretende Störungen erhalten können", erklärt Mattila.
Die Abwasser-Aufbereitungsanlage wurde durch Eatons easyE4-Relais ermöglicht, dessen Langlebigkeit und Eigenschaften weither bekannt sind.
„Das Produkt von Eaton bietet eine Reihe von Funktionen, die in seiner Preisklasse völlig einzigartig sind. Da wir bereits Erfahrungen mit den Lösungen von Eaton hatten, wussten wir, wie zuverlässig sie sind", sagt Mattila.
„Parma nutzt Eatons Steuerungslogik schon seit geraumer Zeit. Als das easyE4 auf den Markt kam, eröffnete es eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, und Parma nutzte diese. Es ist einfach, ein großes System darauf aufzubauen, weil es in der Lage ist, sehr anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen", sagt Hannu Kari, Head of Sales bei Eaton.
Vor dem Rollout in die Produktionsumgebung wurde das auf easyE4 aufbauende System sehr sorgfältig getestet.
„Wir testen alle neuen Elemente über mehrere Wochen bis Monate, bevor sie in der Produktion eingesetzt werden. Die Einführung des neuen Systems verlief nach den Tests reibungslos, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um ein maßgeschneidertes System handelt", erinnert sich Mattila.
Die Abwasseraufbereitungsanlage besteht aus fünf Tanks, die jeweils mit einer eigenen Logik ausgestattet sind. Die Tanks kommunizieren untereinander und mit der weiteren Produktionsumgebung über das lokale Ethernet. Sie tauschen Daten über Wasserspiegelhöhen, Pumpzeiten und mehr aus. Die Daten fließen kontinuierlich in beide Richtungen.
„Es gibt viele verschiedene Arten von Parametern im Netzwerk. Wenn ein bestimmter Tank, aus welchen Gründen auch immer, keine Daten empfängt, weiß er, wie er eine Zeit lang allein weiterarbeiten kann. Aus Gründen der Datensicherheit ist das Recyclingsystem vom übrigen Produktionsnetz getrennt", sagt Mattila.
Ergebnis
Das auf dem programmierbaren Steuerrelais aufgebaute Abwasserrecyclingsystem ist vollautomatisch und in hohem Maße unabhängig. Lediglich Wartungs- und Reinigungsarbeiten müssen von außen durchgeführt werden.
„Unser Ziel war es, ein vollautomatisches System zu bauen, und das ist uns gelungen. Die Diskussion mit den Eaton-Experten war einfach, und wir haben von ihnen immer die Informationen bekommen, die wir brauchten", sagt Mattila bewundernd.
„Das Projekt verlief recht problemlos. Tatsächlich haben wir erstaunlich wenige Fragen von Parma erhalten. Sie verfügen über ein hohes Maß an Kompetenz und easyE4 ist ein einfach zu bedienendes Produkt", fügt Kari hinzu.
Der Erfolg dieser Initiative hat bereits zu einem Folgeprojekt geführt.
„Derzeit untersuchen wir, ob wir die Effizienz der Wassernutzung weiter steigern können, indem wir auch das beim Waschen verwendete Wasser recyceln. Dazu muss der pH-Wert durch Neutralisierung gesenkt werden", erklärt Mattila.
„Die Einhaltung der Umweltanforderungen erfordert moderne, zeitgemäße Lösungen. Umweltfreundlichkeit und Effizienz gehen oft Hand in Hand, auch wenn man sich dessen nicht immer bewusst ist,“ betont Mattila.