„100 % Luftfeuchtigkeit, Temperaturen um die 50 Grad Celsius und die Vibrationen der 1,5 Kilowatt-Pumpen – da zeigen sich SPS schon etwas divenhaft. Die easyE4 hat uns dagegen bisher nicht im Stich gelassen – obwohl sie nur in einem ganz normalen IP68-Schaltschrank verbaut ist.“
Hintergrund
Schon seit über 30 Jahren betreibt die Firma Car-Wash-Center H. Hanle aus Schwieberdingen SB-Autowaschanlagen und gehört damit zu den Ersten in Deutschland. Da es zu Gründungszeiten noch keine fertigen Anlagen von der Stange gab, hat es bei dem schwäbischen Familienunternehmen Tradition, die Autowaschanlagen selbst zu konzipieren und zu bauen.
„So können wir die Anlagen gezielt für unseren Bedarf bauen, haben alle notwendigen Komponenten auf Lager und sind immer in der Lage, schnell und flexibel zu reagieren“, erklärt Marcel Haupt, Leiter der Entwicklung & Modernisierung bei Hanle. Sieben Anlagen an sieben Standorten betreibt das Unternehmen zurzeit im Stuttgarter Raum, die achte ist in Bau. Dabei ist ein Alleinstellungsmerkmal der Hanle-Anlagen, dass eine berührungslose, bürstenlose Technik zum Einsatz kommt, die ausschließlich mit Hochdruck-Dampfstrahlern und umweltfreundlichen Waschprogrammen arbeitet. Das schont den Lack und vermeidet Kratzer. Dadurch das Marcel Haupt die Anlagen selbst baut, kann er sie auch immer auf dem aktuellen Stand der Technik halten: Neustes Projekt ist, den Kunden eine kontaktlose Bezahlung zu ermöglichen. „Unsere Motivation dafür war, den Geschäftskunden die Nutzung unserer SB-Waschanlagen einfacher zu machen und ihnen einen Mehrwert zu bieten“, erklärt Marcel Haupt. Denn bisher haben Autovermieter oder Fahrzeug-Aufbereiter regelmäßig Wertmarken in kleinen Säckchen bekommen, mit denen sie dann bezahlen konnten. „Mit einer App-basierten Bezahlung können wir unseren Kunden nicht nur das Handling der Wertmarken ersparen, sondern sie können auch eine genaue Abrechnung über das System erhalten oder Nachweise, wann gewaschen wurde.“
Herausforderung
Einen passenden Partner für die Applikation des sicheren kontaktlosen Bezahlens fand Haupt in dem tschechischen Unternehmen Ready2Wash: Das Softwarehaus hat eine IoT-Plattform speziell für Betreiber von Waschstraßen und SB-Waschanlagen entwickelt, die Autowasch-App steht bereits in achtzehn Ländern zur Verfügung. Die Aufgabe für Marcel Haupt bestand jetzt darin, die Steuerungs-Hardware der Waschanlage an die Plattform anzubinden: In der Vergangenheit wurden die verschiedenen Funktionen der Anlagen über zugekaufte Relais-Schützsteuerungen realisiert: Mit sieben bis acht Schützen inklusive Hilfsschalter komplett in gegenseitgier Verriegelung verdrahtet - ein „Kabelgrab“, wie Haupt sagt, das im Falle eines Falles eine aufwändige Fehlersuche bedeutete. „Zudem stand damit nur eine begrenzte Funktionalität zur Verfügung und die Lösung war nicht erweiterbar.“
Lösung
Daher stieg Marcel Haupt schließlich auf die Steuerrelais von Eaton um. „Ich hatte verschiedene Anbieter geprüft, für die Steuerrelais von Eaton habe ich mich schließlich wegen deren Robustheit entschieden – und weil der Support von Eaton sehr persönlich und direkt ist.“ Die easyE4 ist als flexible Steuerungs-Lösung für Anwendungen unterschiedlicher Komplexität konzipiert. Sie arbeitet zuverlässig bei Umgebungstemperaturen von -25 bis +55 Grad Celsius und erweist sich auch sehr widerstandsfähig gegenüber Vibrationen, wie Marcel Haupt bestätigt: „Jeder Waschplatz wird von einem eigenen Steuerrelais gesteuert. Die Steuerrelais sind bei uns zusammen mit den Hochdruckpumpen und Dosiereinrichtungen auf einer Einheit untergebracht, sind also den Schwingungen der Pumpen direkt ausgesetzt.“ Dabei sind die Steuerrelais nicht die einzigen auf den Modulen verbauten Eaton-Produkte: Die Stückliste von Marcel Haupt umfasst unter anderem auch DILM-Schütze, Motorschutzschalter PKZM0, PXL-Leitungsschutzschalter, Leuchtmelder, Taster, Schalter und viele weitere Komponenten von Eaton. Die Möglichkeit, nahezu alle benötigen Bauteile für seine Lösung aus einer Hand zu beziehen, ist aus Sicht von Marcel Haupt ein Argument für die Verwendung der Eaton-Automatisierungskomponenten.
Die im Grundgerät der easyE4 integrierten acht Ein- und vier Ausgängen lassen sich mit bis zu elf Modulen erweitern, so können insgesamt bis zu 188 Ein-/Ausgänge zur Verfügung stehen: „Wir verwenden zwei Erweiterungsmodule, insgesamt arbeiten wir mit 16 digitalen Eingängen und elf Relais-Ausgängen“, so Haupt. Damit lassen sich alle benötigten Funktionen abdecken – vom Erkennen der eingeworfenen Wertmarken bis zur Dosierung der Waschmittel. „Die zur Verfügung stehenden Relais-Ausgänge waren ein weiteres Argument für die easyE4“, betont Marcel Haupt. „Denn damit kann ich alle Komponenten wie zum Beispiel die Magnetventile ohne Koppelglieder direkt ansteuern.“
Ergebnis
Heute hat Marcel Haupt bereits drei der sieben Anlagen von Car-Wash-Center H. Hanle mit der easyE4 als Steuerung ausgerüstet, die weiteren folgen. „Die easyE4 lässt sich über die Ethernet-Schnittstelle wirklich sehr einfach in ein Netzwerk integrieren, die Netzwerkparametrierung ist über die Programmiersoftware sehr einfach“, so Haupt. Das Netzwerk nutzt er auch, um sich über einen VPN-Tunnel live auf die Steuerrelais in den Anlagen zu schalten, um so Diagnosen von seinem Büro aus durchzuführen oder die Anlage fernzusteuern. Die easyE4 ist von der Ausstattung her weitaus mehr als nur ein Steuerrelais“, unterstreicht Marcel Haupt – er selbst redet von der easyE4 öfters auch als SPS, sieht aber einen wesentlichen Unterschied: „SPS sind in Bezug auf die Umgebung schon etwas divenhaft. In unseren Maschinenräumen herrschen bis zu 100% Luftfeuchtigkeit, Temperaturen um die 50 Grad Celsius und dann noch die Vibrationen der 1,5 Kilowatt-Pumpen – das macht eine SPS nicht unbedingt mit. Die easyE4 hat uns dagegen bisher nicht im Stich gelassen – obwohl sie nur in einem ganz normalen IP68-Schaltschrank verbaut ist.“